Steffen Neumann: Journalist-Pendler

Steffen Neumann ist Pendler. Pendler und Journalist. Regelmäßig bewegt er sich zwischen Dresden, Prag und dem tschechisch-deutschen Grenzgebiet, regelmäßig bringt er Informationen darüber mit, was in diesem Raum geschieht. Durch sein „Pendeln“ bleibt er ständig mit beiden Seiten in Kontakt und ist so  in der Lage, das Geschehen beim jeweils einen Nachbarn authentisch zu erfassen – um es sodann dem jeweils anderen Nachbarn so zu schildern, dass es garantiert auf Interesse stößt und Neugier weckt. Dabei ist sein Blickwinkel nicht nur räumlich, sondern auch thematisch weit gefasst.

Ich schau natürlich schon auch, was die Leser interessiert, das ist durch Facebook und die sozialen Medien einfacher geworden. Aber ich versuche auch immer ein bisschen gegen den Strich zu bürsten. Dass es hier nicht nur so kaputte Orte gibt, sondern dass hier was entsteht. Dass in Nordböhmen nicht nur Industrie ist, sondern dass hier junge Leute hinziehen aufs Land und was aufbauen. Dass die Deutschen schon auch sehr willkommen hier sind und dass viel auch an die Geschichte gedacht wird an die schmerzliche, dass sich da die Tschechen mit auseinandersetzen. Und das möchte ich gerne vermitteln.


Steffen Neumann
Bogna Koreng

Auf seine unnachahmliche Art, durch sein Vernetzt-Sein, durch seine Aktivitäten und seine Beiträge  hat Steffen Neumann in den vergangenen Jahren sozusagen die Annäherung beider Länder, von Tschechien und Deutschland, außergewöhnlich nachhaltig und intensiv begleitet und dazu verholfen, dass sich Deutsche und Tschechen mittlerweile so nah sind, wie kaum zuvor in der Geschichte.


Bogna Koreng

Steffen Neumann

„Dobri den, ich bin der Steffen- und berichte auch für die Sächsische Zeitung“, so einfach und unkompliziert lernten wir uns bei einer Veranstaltung in der Landesvertretung Sachsen in Prag kennen. Es gibt wohl kaum ein für Journalisten in der unmittelbaren Grenzregion wichtiges deutsch-tschechisches Ereignis, das er nicht aufmerksam verfolgt.

Unter Kollegen gilt er als sehr angenehm und in Sachen Tschechien als kompetent. Aber allein für das Angenehm- Sein gibt es bislang keine Preise und Auszeichnungen. Wohl aber für Kontinuität in der Arbeit im Allgemeinen und Tiefgang bei der journalistischen Berichterstattung im Besonderen.  

Ich spreche von einem echten Pendler zwischen Ländern, Sprach- und daher auch Lebenswelten: Steffen Neumann. Seines Zeichens Journalist und ausgesprochen umtriebiger Netzwerker. Steffen Neumann arbeitet als Korrespondent der Sächsischen Zeitung in Tschechien, ebenso für die freie Presse, gehört dem Journalistennetzwerk für Osteuropa-Berichterstattung n-ost an. Außerdem ist er Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde und des Deutschen Journalistenverbandes.

Und – nicht zu vergessen- Steffen Neumann ist auch Chefredakteur des Landesechos, einer monatlich erscheinenden deutschsprachigen Zeitschrift in Prag. Unübersehbar ist also, wo seine Interessen liegen, in welche Richtung sein Wirken geht: obwohl die journalistischen Ebenen recht unterschiedlich sind: Chefredakteur in Prag, Korrespondent im sächsisch- böhmischen Grenzgebiet und auch Berichterstatter in tschechischen Medien- auch social media- so geht es ihm immer um das Eine: die Menschen diesseits und jenseits der deutsch-tschechischen Grenze mit regelmäßigen Informationen über die jeweiligen Nachbarn zu versorgen und damit auch dafür Sorge zu tragen, dass das jeweilige Verständnis des einen für den anderen zunimmt.

Fast unscheinbar und doch immer gegenwärtig stöbert er nach Geschichten aus dem Alltag der Menschen in der böhmischen Region, erzählt Außergewöhnliches und  Normales, macht Politik verständlicher, liefert Hintergrundinformationen. Ist nah am Menschen. Mit wachsamen Augen und aufmerksam zuhörend- zwischen Prag und Dresden sich bewegend.

Mit seinen Beiträgen nähert er den Lesenden oder Zuhörenden den Geist und die Welt der Nachbarn. Sie sind geprägt von Sensibilität und gleichzeitig auch Tiefenschärfe und wecken das entsprechende Interesse. Mit Folgen, wenn man es so bezeichnen darf:

Also nicht nur Journalist, Netzwerker, Moderator auf unterschiedlichen Veranstaltungen, gefragter Interviewpartner, sondern- so haben wir es erfahren- auch PR-Spezialist im Grenzgebiet. Die Palette ist breit- und doch konsequent.

 Auf seine unnachahmliche Art, durch sein Vernetzt-Sein, durch seine Aktivitäten und seine Beiträge  hat Steffen Neumann in den vergangenen Jahren sozusagen die Annäherung beider Länder, von Tschechien und Deutschland, außergewöhnlich nachhaltig und intensiv begleitet und dazu verholfen, dass sich Deutsche und Tschechen mittlerweile so nah sind, wie kaum zuvor in der Geschichte.

Aufgrund dieser umfangreichen Aktivitäten, seiner uneingeschränkten Bemühungen um einen Brückenschlag zwischen den Nachbarn hat die Jury des deutsch-tschechischen Journalistenpreises beschlossen, dass die diesjährige Sonderauszeichnung für langjährige herausragende journalistische Tätigkeit Steffen Neumann erhält. Herzlichen Glückwunsch.

Bogna Koreng (Laudatio)

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Steffen Neumann

Steffen Neumann berichtet schon seit 2008 als einziger ausländischer Korrespondent für die Sächsische Zeitung über das Leben im tschechischen Grenzgebiet. In der Tageszeitung erscheint sogar einmal die Woche eine ganze Seite über Tschechien, die „Nachbarlandseite“. Seine zweite journalistische Leidenschaft ist die deutsche Minderheit in Tschechien, welche die Zeitschrift „LandesEcho“ herausbringt. Seit 2017 ist er ihr Chefredakteur.