Jana Gerleová: Phantomgrenze

Die Grenzen des einstigen Sudetenlandes sind auf heutigen Landkarten nicht mehr zu erkennen. Doch laut Experten wirkt sich ihre komplizierte Geschichte nach wie vor auf Bildung, Gesundheit, Wahlverhalten und die Gestaltung des lokalen Gemeinschaftslebens aus. Jana Gerleová untersucht in ihrer Fernsehdokumentation die Symptome, Erscheinungsformen und langfristigen Probleme, die mit den Veränderungen im tschechisch-deutschen Grenzgebiet in den 1930er- und 1940er-Jahren zusammenhängen.

Wir haben diese Dokumentation zu einer Zeit vorbereitet, als in der gesamten Gesellschaft heftige Debatten rund um den Sudetendeutschen Tag entbrannt waren. Solange das Thema Vertreibung der Sudetendeutschen in der Gesellschaft solche Reaktionen hervorruft, wie wir sie jetzt im Mai gesehen haben, ist es nach wie vor wichtig, dieses Thema anzusprechen, ins Gedächtnis zu rufen und zu erklären. Denn gerade das Verständnis dieser Ereignisse und die Aussöhnung mit dieser Vergangenheit sind Schlüssel zu einer stärkeren Zusammenarbeit, sei es im kulturellen oder im beruflichen Bereich.

Jana Gerleová

Světlo pro budoucnost / Das Licht für die Zukunft

Wenn etwas nachwirkt, was längst vergangen oder vergessen ist, dann lohnt es sich nachzuforschen, warum das so ist. […] Doch alles Menschengemachte hinterlässt Spuren bei den Beteiligten und bei denen, die nach ihnen kommen. […] Der Autorin ist es in dem Fernsehbeitrag für Česká televize gelungen, Symptome, Erscheinungen sowie nachwirkende Probleme aufzuspüren und beispielhaft zu belegen. […] Das Konzept, diese Phantomgrenze so sichtbar zu machen, ist eine gelungene Form, auch um Vergangenes als Warnung in die Gegenwart zu tragen.

 Michael Hiller

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Die Phantomgrenze

Autor: Jana Gerleová

Name des Mediums: Česká televize

Veröffentlichungsdatum: 25. 5. 2026

Jana Gerleová

Jana Gerleová ist seit 2019 Redakteurin beim Tschechischen Fernsehen. Sie arbeitete bei den journalistischen Sendungsformaten 168 hodin (168 Stunden) und Černé ovce (Schwarze Schafe) und ist derzeit bei der Sendereihe Fenomén doby (Zeitphänomen) tätig. Für die Folge „Hranice chudoby“ („Armutsgrenze“) wurde sie mit dem Journalistenpreis Ozvěny chudoby 2026 ausgezeichnet. Sie ist Absolventin eines Geschichtsstudiums an der Philosophischen Fakultät der Prager Karlsuniversität und versucht daher in ihrer journalistischen Arbeit, das aktuelle Geschehen mit historischen Zusammenhängen zu verbinden. Den deutsch-tschechischen Beziehungen widmete sie sich bereits in der journalistisch-dokumentarischen Sendereihe Pohlednice (Ansichtskarte), Teil „Jablonec nad Nisou“. Im Teil „Fantomová hranice“ („Phantomgrenze“) der Sendung Fenomén doby beleuchtet sie die deutsch-tschechischen Beziehungen aus einer breiteren Perspektive. Sie befasst sich sowohl mit dem Problem der deutsch-tschechischen Versöhnung als auch mit dem Schicksal des einstigen Sudetengebiets.