Kirill Ščeblykin: Die Gräben bestehen bis heute

2018 wurde in Tschechien das 100-jährige Jubiläum der Gründung der Tschechoslowakei gefeiert. Zu diesem Anlass veröffentlichte Kirill Ščeblykin in der Tageszeitung Deník N eine Sonderausgabe zu den Deutschen aus dem Schönhengstgau (Hřebečsko), welche im Jahr 1918 eher nicht zu den jubelnden Massen gehörten, die die neue Republik begrüßten. In seinem Text erläutert er Zusammenhänge des Zusammenlebens von Deutschen und Tschechen, die im historischen Bewusstsein vieler Tschechen fehlen. Auch wenn der Großteil der Deutschböhmen seine ursprüngliche Heimat nach 1945 verlassen musste, leben noch immer einige Tausende von ihnen in der Tschechischen Republik. Und genau deren Perspektive auf den seit einem Jahrhundert existierenden tschechischen Staat betrachtet Ščeblykin näher.

Ich denke, dass Deutsche und Tschechen im 20. Jahrhundert nicht wirklich viele Möglichkeiten, viele Chancen bekommen haben, gut zusammenzuleben. Ich habe versucht, sie als Individuen darzustellen, die in einem bestimmten historischen Kontext handelten.

Kirill Ščeblykin

Die Gräben bestehen bis heute

Es ist das besondere dieses Jahrzehnte durchstreifenden Beitrags, dass neben den jeweiligen Ungeheuerlichkeiten für die Betroffenen immer wieder auch das Bestreben angedeutet wird, irgendwie doch miteinander auszukommen.

Michael Hiller

Příkopy, které se táhnou dodnes [Die Gräben bestehen bis heute]

Autor: Kirill Ščeblykin

Name des Mediums: Deník N

Veröffentlichungsdatum: 24. 10. 2018

Kirill Ščeblykin

Der Auslandskorrespondent von Deník N konzentriert sich bei seiner Arbeit vor allem auf das Geschehen in Westeuropa und in den USA. 2017 erhielt er den Journalistenpreis der Stiftung Open Society Fund für ein gemeinsam mit seinem Kollegen F. Zajíček großartig gestaltetes Interview mit Andrej Babiš, welches auf der Webseite Student Times veröffentlicht worden war.